Um diese Frage zu beantworten, ist es zunächst notwendig zu verstehen, wie Stammzellen funktionieren. Im Allgemeinen erfüllen Stammzellen regenerative Funktionen über zwei verschiedene Mechanismen: direkte Differenzierung und parakrine Signalgebung.
Während sich die direkte Differenzierung auf die Fähigkeit einer Stammzelle bezieht, beschädigte Zellen direkt zu differenzieren und zu ersetzen, bezieht sich die parakrine Signalgebung auf den Prozess, bei dem Stammzellen Faktoren freisetzen, die als Signale für benachbarte Zellen fungieren. Die “Signalgebung” bewirkt, dass andere Zellen in der Nähe ihr Verhalten ändern und den Regenerationsprozess in Gang setzen.
In einer großen Anzahl von Studien über Stammzelltransplantationen beobachteten Forscher, dass beschädigtes Gewebe nach einer Stammzelltransplantation von einem Spender repariert wurden. Nach der Untersuchung der neu erzeugten Gewebe stellte sich jedoch heraus, dass die Spenderzellen darin nicht zu finden waren.
Die Wissenschaftler konnten dann zeigen, dass die Stammzellen des Spenders Faktoren ausschütteten, die die eigenen Zellen des Patienten dazu veranlassten, das Gewebe zu reparieren. Es wurde gezeigt, dass der Großteil der Regeneration eher über parakrine Signale als über direkte Differenzierung erfolgt. Eine weitere wichtige Funktion der parakrinen Signalübertragung von Stammzellen ist die Modulation des Immunsystems zur Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen.
Die wichtigste Punkt ist, dass gespendete Stammzellen, trotz ihrer kurzen Lebensdauer, eine lang anhaltende Wirkung auf die Geweberegeneration haben, die auch noch lange nach der Erschöpfung der Spenderstammzellen anhält.